Die KINOKONI Historie
Die Entwicklung unserer Kino-Geschichte in all seinen Facetten. Eine Reise, die ihresgleichen sucht.
Der 26-jährige Filmfreak und gelernte Konditor Bruno Schibli (Grossvater von KinoKoni) erbaut das Cinema Palace an der Aarauerstrasse 75.
Der Kaufmannssohn liebt Disney-Filme und ist oft selbst hinter der Kamera zu finden. Von ihm stammen die Glas-Ornamente, welche jahrzehntelang das Palace-Foyer verzierten und heute im Kinomuseum im 1. UG des KINOKONI in Olten hängen.
1924 hat der Cousin von Bruno Schibli, Kurt Schibli, das Kino Lichtspiele am Klosterplatz eröffnet. Zwischen den beiden Cousins beginnt ein Konkurrenzkampf der Jahrzehnte andauern wird.
Der erste Tonfilm in Olten wird im Dezember 1930 im Palace vorgeführt: Der Korvettenkapitän.
“Alles lacht Tränen! Alles ist begeistert!” steht im Zeitungsinserat. Der Korvettenkapitän (Blaue Jungs von der Marine)
Am 14. Januar 1932 öffnet an der Ringstrasse 9 das Cinema Capitol, erbaut von der Firma Constantin von Arx und geführt von Kurt Schibli (Cousin von Bruno Schibli). Damit ersichtlich ist, dass es sich um ein modernes Kino handelt, wird der Schriftzug TONFILM an der Aussenmauer angebracht. Eröffnungsfilm ist Der Kongress Tanzt.
Olten erhält ein viertes Kino, nur 24 Hausnummern entfernt vom Palace an der Aarauerstrasse 51. Der Elektrikter Emil Sutter eröffnet das Kino Rex (Heute: KINOKONI) am 30. November 1950 mit dem Wienerfilm Rosenwalzer.
Tod von †Kurt Schibli im Alter von 64 Jahren. Die drei Kinos Capitol, Lichtspiel und Rex werden nun von seiner tatkräftigen Gattin, Frieda Schibli-Hermann, geführt.
Peter Schibli (30) übernimmt mit seiner Ehefrau Isabelle das Kino Palace seinen Eltern Emma und Bruno Schibli. Sie ziehen in die Wohnung oberhalb des Kinos und beginnen ein neues Leben als Kinobetreiber. Sohn Konrad (KinoKoni) ist fünf Jahre alt und reisst schon bald vor den Kindervorstellungen am Eingang Billette.
Ein Studiokino für Olten: Isabelle und Peter Schibli eröffnen das plüschige Cinema Camera (ganz in Braun mit orangen Sesseln gehalten) an der Römerstrasse am 2. September 1981. Gezeigt werden Arthouse-Filme. Das Oltner Tagblatt prophezeit eine “Aufwertung des Kulturlebens”.
Das Camera wird bis zu seiner Schliessung am 8. Januar 2006 mehrere Preise für das herausragende Filmprogramm erhalten.
Die Kinos Lichtspiele, Capitol und Rex gehen nach dem Tod von †Frieda Schibli- Hermann an den Unternehmer Walter Thommen (1930 - 2016). Sie hatte im Testament verfügt, dass die Kinos nicht in die Hände der „anderen“ Schibli-Familie übergehen dürfen. Geführt werden die drei Kinos vom Geschäftsführer Robert Hediger (1949 - †2019).
Das Capitol wird sehr hochwertig renoviert. Bordeauxrote Sessel, Velours an den Wänden, und verspiegelte Säulen im Foyer bestimmen das neue Interieur.
Thommen renoviert das Kino Rex, das zuletzt vor allem Sexfilme zeigte. Es heisst nun Kino Tiffany – ist ganz in Grün gehalten und ist neu “ein Kino für Filme mit Niveau”, wie das Oltner Tagblatt tituliert.
Nach der Verjährung der testamentarischen Verfügung von Frieda Schibli-Hermman, konnten Isabelle und Peter Schibli die Kinos Lichtspiele, Capitol und Tiffany pachtweise übernehmen. Alle 5 Oltner Kinos, Camera, Capitol, Lichtspiele, Palace und Tiffany sind nun in einer Hand.
Eröffnung der Videothek im Foyer des Kino Lichtspiele (schliesst 2009).
Konrad “KinoKoni” Schibli, der älteste Sohn von Isabelle und Peter, kehrt nach einem sechsjährigen Auslandaufenthalt ins elterliche Familienunternehmen zurück.
Nach seiner Lehre als Koch verbrachte er drei Jahre in Los Angeles, studierte dort Filmwirtschaft an der UCLA und führte das Vista Theater am Sunset Drive – das heute Quentin Tarantino gehört. Danach führte er Multiplexkinos für Warner Cinemas im Ruhrgebiet in Deutschland.
Er bringt Nachos und ganz viele neue Ideen mit nach Olten. Im Sommer findet das erste OpenAir-Kino in der Oltner Schützi statt.
Kauf der Tiffany- (heute KINOKONI) Liegenschaft an der Aarauerstrasse 51 in Olten, durch Peter und Isabelle Schibli.
Eröffnung des Lounge-Kinos im MAGAZIN an der Konradstrasse in Olten (schliesst 2007).
Das Kino Palace an der Aarauerstrasse 75 wird grundlegend umgebaut und erhält im Foyer eine Bar. Sie wird sichtBar genannt und von Konrad’s Bruder Roland Schibli geführt (schliesst 2020).
Eröffnung einer Videothek im Foyer des Kino Tiffany (schliesst 2014).
Das Tiffany erhält durch umfassende Bauarbeiten im UG einen neuen Kinosaal mit 100 Sitzplätzen.
Das Kino Tiffany erhält einen dritten Saal, in einem angrenzenden Nebengebäude des Kinos. In der Stadt Olten gibt es nun acht Leinwände: Camera, Capitol, Lichtspiele, Magazin, Palace und drei Leinwände im Tiffany.
Konrad „KinoKoni“ Schibli erhält die Möglichkeit die Capitol-Liegenschaft von Walter Thommen käuflich zu erwerben.
Die Liegenschaft „Kino Excelsior“ gehört KinoKoni’s Onkel Heinz Frey (Heute Erbgemeinschaft Frey). Heinz Frey hat KinoKoni das Kino zur Pacht angeboten. Das Kino wurde danach umfassend umgebaut und in youcinema umgetauft. Das Kino ging 2019 an die Brugger Kinobetreiber Stephan und Jasmina Filati über und heisst heute wieder Excelsior.
Peter und Isabelle Schibli verkaufen die Oltner Cinemas AG (heute KINOKONI AG) ihrem Sohn Konrad Schibli.
Konrad Schibli wird angefragt, das FUN MAXX-Kino in Oftringen pachtweise zu übernehmen. Im Juni 2008 beginnt ein neues Kapitel für das Kinounternehmen. Das Oftringer Mulitplex-Kino wird in youcinema umbenannt. In den ersten drei Jahren nach der Übernahme konnten die Besucherzahlen verdreifacht werden.
Das Kino Lichtspiele kann nicht mehr rentabel geführt werden und braucht zudem eine Renovation. In der Not gründen Konrad Schibli und sein Freund, Filmjournalist und Filmfreak Martin Iseli, mit einer Handvoll Filmfreunden den Filmverein Lichtspiele. Nach Differenzen in der Programmausrichtung und Geschäftsführung werden die zwei Gründer ein Jahr später abgewählt.
Das Tiffany-Kino an der Aarauerstrasse 51 in Olten wird in youcinema umgetauft.
Eine neue Ära beginnt: KinoKoni ersteigert den FUN MAXX- Komplex (heute you event center) in Oftringen und entwickelt diesen zum Family Entertainment Center mit dem youcinema-Kino mit 6 Sälen, 4 Restaurants, Escape Rooms, Eventräumen, Schauküche, …
Das youcinema in Olten erhält einen vierten Saal, in einem angrenzenden Nebengebäude des Kinos.
†Peter Schibli stirbt im Alter von 70 Jahren. Er hat als Vollblut- Unternehmer den Kinobetrieb während 34 Jahren sehr erfolgreich geführt. Daneben war er in den 70er und 80er- Jahren Eigentümer der bekannten Modelleisenbahn-Boutique in Olten, war über mehrere Jahre Präsident der Gewerbe- Ausstellung GEWA und Organisator der Schweizweit bekannten Spur-0-Expo. Bis kurz vor seinem Tod führte er die Videothek im youcinema Olten.
Das Capitol an der Ringstrasse beginnt ein neues Leben als Premiumkino und Eventspace.
Das KINOKONI-Boutique-Kinokonzept entsteht. Von Rex über Tiffany bis hin zu youcinema hat das Kino viele Wandlungen durchgemacht und erstrahlt nun als KINOKONI – einem Boutique-Kino mit neuartigem Drinks- und Food-Konzept und dem Service an den Kinosessel.
Das KINOKONI besticht durch das urbane Interieur, welches von der Designerin Karin Wyser stammt. Die Kuratierung dieses Kinomuseums, Texte und Interviews stammen von Konrad’s Tochter Jana Schibli. Die youcinema-Vision ist, dass Menschen ihre Träume leben können. Im Design des KINOKONI manifestiert sich diese Vision.
Die Covid-Krise erfasst auch die Kinobranche hart. Alle haben um das Überleben gekämpft, so auch die KINOKONI-Familie, die sich der härtesten Prüfung seiner Geschichte stellen musste und den Schlag mit herben Verlusten aber schlussendlich erfolgreich bewältigen musste.
Die Idee war, das Family Entertainment Center in Oftringen mit einem Anbau zu erweitern, in dem eine Freizeitanlage entstehen sollte. Aus diesem Grund suchte KinoKoni einen Käufer sowie Investoren für das Center. Fündig wurde er beim Kinounternehmer Edi Stöckli von Arena Cinemas – allerdings nicht für die Weiterentwicklung seiner ursprünglichen Idee, sondern schliesslich für den Verkauf des Centers samt Kino im Rahmen der Expansion von Arena Cinemas.
Der Preis stimmte, und KinoKoni trennte sich von der Marke youcinema – auch mit dem Ziel, sein Herzensprojekt KINOKONI weiterzuentwickeln.
KinoKoni expandiert an die legendäre Kinomeile der Steinenvorstadt in Basel. Dort übernimmt er das seit 2021 geschlossene Kino Kino Capitol Basel und renoviert es umfassend zu einem KINOKONI-Boutiquekino mit zwei Premiumsälen, insgesamt 250 Sitzplätzen sowie einer Aussenwirtschaft.
Das Kino eröffnete im März 2025 und ist seither ein beliebter Treffpunkt für Film und Genuss in Basel.
Zu einem aufstrebenden Kinounternehmen gehört auch ein Standort in der grössten Stadt der Schweiz. KinoKoni nutzte die Gelegenheit, das Kino FRAME Zürich (ehemals Kosmos Zürich) von der Neue Zürcher Zeitung zu übernehmen.
Das Kino dient zudem als Location für zahlreiche geschäftliche und private Events sowie für Premieren und Festivals. Nach der Übernahme wurde das FRAME in KINOKONI umbenannt und das Boutique-Ambiente schrittweise umgesetzt.
DANKE!
In dieser Aufzählung dominiert naturgemäss vor allem der Name KinoKoni. Doch in den vergangenen Jahrzehnten wurde ich von vielen Menschen begleitet, die mitgeholfen haben, das Unternehmen zu entwickeln, zu prägen und voranzubringen.
Die zahlreichen Begegnungen erfüllen mich mit grosser Dankbarkeit – insbesondere gegenüber jenen Menschen, die auch heute noch an Bord sind und das Unternehmen massgeblich mitprägen:
Vielen Dank, lieber Roman Ettlin, für die jahrzehntelange Begleitung! Eigentlich wolltest du 2007 nur kurz bleiben, hast damals die Buchhaltung geführt und einige IT- sowie Personalaufgaben übernommen. Im Jahr 2027 werden es bereits 20 Jahre sein, in denen du das Unternehmen mit deinem unschätzbaren Wissen unterstützt und als IT- und Kinotechnik-Guru, Personal-Administrator, treuer Prokurist und geschätzte Vertrauensperson entscheidend mitgeprägt hast.
Ein ebenso grosser Dank gilt Barbara Kunz, unserer effizienten Office Managerin, die seit 15 Jahren mit grossem Engagement Teil des Unternehmens ist und heute unter anderem auch das Filmbooking verantwortet.
Herzlich danken möchte ich auch Rada Markicevic, die bereits seit 1988, bei meinen Eltern als Kassiererin angefangen hat und seit nun 12 Jahren, gemeinsam mit Cindya Fiore, die auch 1988 gestartet ist, mit grosser Kompetenz und Leidenschaft die Kinos in Olten führen.
Ich danke euch allen für die schönen ebenso wie für die herausfordernden Momente. Ich liebe die Zusammenarbeit mit euch allen sehr. Es ist ein grosses Privileg, ein solches Team vertrauensvoll an meiner Seite zu wissen.
Euer KinoKoni